Die Vogelgrippe in Europa
2005 waren die Schreckensmeldungen gross. Durch die Verbreitung des Vogelgrippevirus bei Wildvögeln glaubt man nun, der Epidemie nicht mehr entgehen zu können. Besonders Anfang 2006 traten vermehrt Vogelgrippefälle in Europa auf. Seit der letzten offiziellen Meldung im März 2009 ist die Zahl der Vogelgrippeinfektionen in Europa nahezu gänzlich auf 0 gesunken. Dafür erreichen uns immer wieder Schreckensmeldungen aus Asien und Afrika.
Auch im Jahr 2010 und 2011 gehen in Deutschland und Europa die Meldungen über Vogelgrippefälle immer weiter zurück, denn bei immer weniger verendeten Vögeln kann der H5N1-Virus nachgewiesen werden.
Selbst auf der ganzen Welt sind die Meldungen über infizierte Vögel rückläufig.
Dennoch warnt das zuständige Löffler-Institut davor, die Gefahr völlig aus den Augen zu verlieren, denn viele Wildvögel können mittlerweile gut mit dem Virus leben, ohne Krankheitssymptome zu zeigen.
So kann sich das Grippe-Virus unbemerkt verbreiten. Kommt es zu einer Mutation, kann dies verheerende Folgen haben.
Der letzte Fall, der uns zeigt, dass restlose Entwarnung in Europa noch nicht gegeben werden kann, wurde im November 2010 bekannt. Hier erkrankten Vögel in Mecklenburg-Vorpommern.
Obwohl der hier aufgetretene Vogelgrippe-Typ H5N2 für Menschen ungefährlich ist, wurden 17000 Gänse getötet.
Dies war als reine Vorsichtsmassnahme notwendig, um ein Ausbreiten auf weitere Geflügelbestände und somit eine Gefahr der Mutation zu vermeiden, erklären die Zuständigen.
Der grösste Unsicherheitsfaktor bei der Bekämpfung der Vogelgrippe ist und bleibt die Unvernunft des Menschen. Immer wieder versuchen Reisende Vogelprodukte oder gar lebende Vögel, zum Teil auch aus Krisengebieten, nach Europa mitzubringen.
Mehrere Tonnen Lebensmittel landen so jährlich auf dem Sondermüll, denn die Kontrolleure an den Flughäfen sind verpflichtet, sämtliche Geflügelprodukte zu beschlagnahmen. So soll jedes Risiko einer erneuten Ausbreitung umgangen werden.
Interessante neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Mäuse den Kot erkrankter Tiere am Geruch von dem Kot gesunder Tiere unterscheiden können.
Das lässt vermuten, dass die Krankheitserreger bestimmte Duftstoffe verbreiten. Darum überlegt man nun, ob nicht auch Hunde auf diese Geruchsstoffe trainiert werden können.
So hofft man, die erkrankten Tiere durch speziell ausgebildete Spürhunde entdecken zu können, bevor sie Symptome zeigen. Auf dieser Basis soll dann die Ausbreitung der Vogelgrippe weiter eingedämmt werden.
Auch über den Bau eines Gerätes, das auf die Geruchsstoffe der Erreger reagiert, wird nachgedacht.
Eine Panik oder übertriebene Angst ist jedoch nicht notwendig, denn wie bereits erklärt, ist eine Übertragung von Tier zu Mensch nahezu unmöglich. Lediglich bei Leuten, die in den Anlagen ständigen und sehr engen Kontakt zu den Tieren haben, wurden bisher seltene Fälle bekannt.
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